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Moselfränkische Mundarttage

Musel-Mosel, äisch-ich, dau-du, dat-das, Schaaf-Schrank. Die moselfränkische Mundart ist unter den deutschen Dialekten ein Exot und nicht für alle zu verstehen. Für Außenstehende höre sich der Dialekt ganz anders, kaum zu verstehen, wild, bunt und breit an. Ein Reisebuch von 1840 beschreibt das Moselfränkische in der Stadt Trier: „Die Sprache hat in ihrer volltönenden Breite etwas ungemein treuherziges und gemüthliches.“

Wer sich für die Moselfränkische Mundart interessiert, kann in der nächsten Zeit tiefer in die moselfränkische Sprache einsteigen. Zu den „Moselfränkischen Mundarttagen“ tragen Liedermacher und Laiendarstellern ihre Kunst im heimischen Dialekt vor. In Zusammenarbeit der Verbandsgemeinden Bernkastel-Kues, Kröv-Bausendorf und Neumagen-Dhron gibt es folgende Termine:

Sonntag, 6. November, 19.30 Uhr in Kröv, Reichsschenke „Zum Ritter Götz“:
„Wea hät daat Gedoocht / Zeit und Zeitde“;

Montag, 12. Dezember, 19 Uhr, Piesport, Bürgerhaus:
„Majusebätter“; Mundart-Weinprobe

19.11., 26.11., 27.11., 3.12., 19:30 Uhr, 4.12., 17:00 Uhr, Monzelfeld, Bürgerhalle: „Der doppelte Moritz“, Mundart-Theateraufführung mit der Theatergruppe des Heimatvereins Monzelfeld Volksbühne Abendrot“

Freitag, 25.November, 20 Uhr, Brauneberg-Filzen, Franziskanerinnenkloster:
„Vergoar“; Mundart-Weinprobe


Die Moselaner schwaätzen Platt. Auch die Einwohner des Großherzogtums Luxemburg sprechen Platt. 1984 wurde das Letzebuergisch per Gesetz zur Amtssprache erhoben. Viele Wörter gleichen dem Moselfränkischen. Platt hat allerdings nichts mit dem Plattdeutschen zu tun, das man im norddeutschen Raum spricht.

Moselfränkisch wird nicht nur an der Mosel gesprochen. Auch in der Südeifel, im nördlichen Hunsrück, jenseits des Rheins bis ins Siegerland hinein, im nördlichen und westlichen Saarland, im südlichen Ostbelgien, entlang der deutschen Grenze, im ostfranzösischen Lothringen und im Großherzogtum Luxemburg wird moselfränkisch gesprochen. Auch in Siebenbürgen, Rumänien sprechen noch 200 000 Menschen diesen Dialekt. Die Vorfahren der Siebenbürgener Sachsen kamen aus dem Moselraum und sprachen moselfränkisch als sie um 1150 nach Siebenbürgen kamen.

Es gibt einige moselfränkische Schriftsteller. Eine davon Maria Croon (1891-1983) war stark von ihrem katholichen Glauben geprägt. 1987 wurde im Rahmen der Saar-Lor-Lux-Kulturwanderwege der Maria-Croon-Weg eröffnet. In der Nähe von Meurich führt der Weg durch das Tal des Leukbaches im Saarland. Auch ein Passagierschiff auf der Saar trägt ihren Namen. Es wird auch auf Platt gesungen. Die Liedermacherin Sylvia Nels singt ihre selbst komponierten Lieder auf Eifeler Platt. Mit der Mundart-CD „Bleiw doch, wie de bass!“ bekommt man einen guten Einstieg in das Moselfränkische und dem Alltag der Menschen. http://www.sylvia-nels.de

 


Bettina Bartzen am 02.11.2011 • 0 Comments • 917 Aufrufe • Permalink

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