Mit angesagtem Retrocharme punktet die Probierstube des Weinguts MARTIN MÜLLEN in Traben an der Mosel. Fin de siecle-Stühle rund um den antiken Echtholztisch, ein sparsam gefülltes Weinregal an der Wand und ein moderner Weinkühlschrank neben der Vitrine für die Gläser – mehr braucht es nicht. Sieht man ab von der im Schaufenster ausgehängten Gault-Millau-Bewertung, wirbt hier der Wein für sich selbst. Etliche bekannte Weinjournalisten haben bereits von den herausragenden Weinen des Ehepaars Müllen geschwärmt; So möchte ich in diesen Chor nicht einfallen, doch erwähnen, dass eine Weinprobe auch dann ein unvergessliches Erlebnis bleibt, wenn man nicht der Elogen, sondern nur des Weins wegen einkehrt. Die Winzerin verströmt den bodenständigen Charme der Mosel, weiß den Wein kennerhaft zu preisen, wohingegen Martin Müllen, der Meister der Keller und Fässer, in jene höheren Gefilde der Weinkunst entrückt scheint, die der profane Consumer, der seinen Gaumen mit Kaffee, süßem Kuchen, Bratwurst, Tabak oder anderen blumeinkompatiblen No-gos malträtiert hat, niemals erreichen wird. So heisst es, vor der Weinprobe sorgfältig zu bedenken, was man seiner Kehle antut, um nicht die feinen Zwischentöne der Müllen-Kreationen zu verpassen. Und eine weitere Warnung: Ganz billig kommt man hier wahrscheinlich nicht heraus, aber man erwirbt Weine, die in der Preis/Wert-Relation unerreicht sind. Weitere Infos auf:
http://www.muellen.de
Marc Raff am 02.06.2009 • 1101 Aufrufe • Permalink
Kategorien: Mosel
Tags:
Mosel, Riesling, Muellen, Blume, Traben
