In Winningen machen nicht nur die Hexen Ferien. Denn wo die Hexe Ferien macht, gibt es immer Wasser und Wein. Ganz besonders viel Wein gibt es zum Weinfest zwischen dem 26. August bis 4. September. Der Weingott Bacchus herrscht dann für zehn Tage in der Moselgemeinde. Auf dem ältesten Winzerfest Deutschlands wird jedes Jahr ein neuer Ehrenwinzer in die Weingilde Winningen aufgenommen und am 26. August um 19 Uhr eröffnen die Weinkönigin Kristina und Weinhex Linda das bunte Treiben um den Weinhexbrunnen. Winningen liegt im Landkreis Koblenz-Mayen an der Terrassenmosel und zählt zu den schönsten Dörfern in Deutschland. Ein Spaziergang durch rebenumspannte Gassen, der Duft nach Wein, freundliche Menschen, machen den Ort sehr liebenswert.

Das Amt der Weinkönigin hat in den deutschen Weinanbaugebieten eine lange Tradition. In Winningen gibt es seit dem ersten Moselfest nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1949 eine Weinkönigin. Die Weinkönigin präsentiert den Winninger Wein bei öffentlichen Anlässen, Weinproben, Festen oder Empfängen. Mittlereile sind das 40 bis 50 Auftritte im Jahr.
 Früher trug die Weinkönigin ein Trachtenkleid und hatte als Amtszeichen einen großen Römerpokal sowie ein Diadem mit goldfarbenen Weinranken und Weintrauben aus Perlen.
 Von diesen Amtszeichen blieb nur die schlichte Krone übrig, die seit 1949 von der jeweiligen Weinkönigin an ihre Nachfolgerin weitergegeben wird.
 Seit 2002 trägt die Weinkönigin an Stelle eines Trachtenkleides ein Abendkleid, aus dem Römer ist ein mit Weinranken verziertes Weinglas geworden. Eine Perlenkette und eine Brosche in Traubenform gelten seit 2005 als weitere Amtszeichen.

Weinkönigin und Weinhex sind auf dem Moselfest nicht mehr wegzudenken. Im Gegensatz zur edlen Weinkönigin symbolisiert die Hexe die Feurigkeit und die Spritzigkeit des Winninger Weins.
Die Weinhex trat zum ersten Mal 1950, bei den Winninger Moselfestspielen auf. Ihr Markenzeichen war früher ein fransiges Kleid. Damals wurde das Kleid den Nachfolgern weitergegeben, heute bekommt jede Weinhex ihr persönliches Kleid genäht. Heute sind beide Majestäten gleichberechtigt und stehen gemeinsam in der Öffentlichkeit.
Das war nicht immer so. Die Weinhex hatte früher weniger Termine. Carl Wallenda kam vom Stadttheater Koblenz und übernahm 1934 die Leitung der Winninger Winzer- Tanz und Trachtengruppe. Sie tanzten und studierten Lieder ein. In diesem Zusammenhang entstand 1934 das Weinhexlied.

Der Hexenhügel im Ort erinnert an die Hexenverfolgungen aus dem 17. Jahrhundert. Auf dem Heideberg wurden früher die vermeintlichen Hexen hingerichtet, unschuldige Menschen enthauptet und verbrannt. Die Folterungen waren unerträglich, sodass viele einfach sagten sie seien schuldig. Eine Vermutung, von einem gehässigen Nachbarn ausgesprochen, genügte um mit dem Inquisitor Bekanntschaft zu machen. Heute erinnert ein schlichter Gedenkstein mit 21 Namen der Opfer an die Richtstätte zur Zeit des Hexenwahns. Viele Namen findet man heute noch in Winningen.

Die Figur der Weinhex geht allerdings auf eine alte Sage zurück. Eine geheimnisvolle Hexe, soll Wein aus den Fässern entnommen haben. Die ganze Geschichte erfahren sie in Winningen. Der Wein, den die Hexe damals trank, wird heute noch „Hexenwein” genannt. Probieren sie selbst ohne auf dem Schafott zu landen.

 

# Link | Bettina Bartzen | Dieser Artikel erschien am Dienstag, 23. August 2011 um 10:52 Uhr in Mosel | 954 Aufrufe

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