Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde 2006 für das Land der Ideen gewählt. Mit ihrer Kampagne Tag des offenen Denkmals „Ort des Tages“ zog sie allein in Berlin 65000 Besucher an. Seitdem wird die Bevölkerung für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisiert. Und das Interesse ist immer noch groß. Mittlerweile nehmen viele Institutionen ins ganz Deutschland teil. An diesem Tag können sie Geschichte anfassen und erleben. Sonntag den 12. September sind viele historische Orte, die sonst nicht zugänglich sind für Besucher, geöffnet. Archäologen, Restauratoren und Handwerker zeigen die vielen Details eines Bauwerkes und erklären wie ein Denkmal restauriert und haltbar gemacht wird. Dieses Jahr ist das Thema „Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr“. Dazu gehören Wasserstraßen, Poststationen und Gasthäuser, Orte des Handels, Zollstationen und Pilgerwege. Eine Auswahl nach Denkmaltypen ist auf Google Maps möglich. Somit lassen sich individuelle Denkmaltouren nach Region zusammenstellen. http://maps.tag-des-offenen-denkmals.de/
In der Moselregion gibt es viel zu sehen. Hier eine kleine Auswahl:
Auf der Grubenwanderung in Fell gibt es alte Förderwagen, imposante terrassenförmige Halden und malerische Stollenlöcher zu sehen. Zeitzeugen berichten über Aufstieg und Niedergang des Feller Schieferbergbaus.
Die Moselstadt Trier hat viel zu bieten. Besonders schön ist die ehemalige Handelskammer. Dieses Gebäude gehört zu den schönsten historischen Gebäuden der Stadt. Der original erhaltene Sitzungssaal besitzt eine bemalte Balkendecke und goldgefasste Holzschnitzereien. Im Treppenhaus stehen mächtige Steinsäulen mit kunstvollen Verzierungen.
Der Frankenturm steht mitten in der Stadt. Er diente früher den Angestellten des Erzbischofs als Wohnturm. Lange stand dieser Turm leer, seit 2007 wird er für kulturelle Veranstaltungen genutzt.
Das absolute Highlight ist natürlich das Wahrzeichen der Stadt, die Porta Nigra. Dieses ehemalige römische Stadttor wurde nie vollendet und im Mittelalter zur Kirche umgebaut. Der heilige Simeon ließ sich 1028 als Einsiedler nieder und starb auch dort. Zu Ehren dieses Heiligen machte das Simeonstift aus dem Stadttor eine Doppelkirche. 1804 ließ Napoleon die Kirche zum ehemaligen Stadttor zurückbauen. Das erste Antikenmuseum Triers.
In Neumagen Dhron gibt es eine Ausstellung über die ehemalige Moselbahn, die 1878 eröffnet und 1960 stillgelegt wurde. Die Bahn fuhr durch viele bekannte Moselorte. Deshalb wurde sie auch „Saufbähnchen“ genannt. Mit 25 Stundenkilometer hatten die Gäste genügend Zeit bei einem Glas Wein sich die Mosellandschaft bis Koblenz anzuschauen. Die Eisenbahnstrecke ist heute zu einem Moselradweg ausgebaut. In Begleitung von Marlene Bollig können sie am Sonntag die Strecke entlangwandern. Die Wanderung endet im Neumagener Weinschiff mit einer Fotoausstellung und einem Glas Wein. Dort finden sie weitere Informationen über die Moselbahn. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Moselbahnhof Trittenheim.
Bettina Bartzen am 10.09.2010 •
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Moselbahn, Porta Nigra, Denkmal, Schiefergruben, Neumagen Dhron, Frankenturm, Reisen, Handel, Verkehr
Das Bernkasteler Weinfest ist vorbei und hat eine neue Mosella. Sie heißt Anne II.
Das Jahr einer Weinkönigin sieht turbulent aus. Mit bis zu 250 Terminen im Jahr reisen sie als Botschafterin des Weines durch die Welt. Wein ist ein großes Kulturgut und bringt Menschen zusammen. Noch heißt die Deutsche Weinkönigin 2009/2010 Sonja Christ. Die Vorentscheidung für die nächste Königin beginnt am 2. Oktober in Neustadt. Vorher müssen die 13 Kandidatinnen in einem dreitägigem Vorbereitungsseminar hart trainieren. In diesem Seminar werden die jungen Damen mit Rhetorik und Kameratraining, Stilberatung und Fotoshooting auf ihre Auftritte vorbereitet. Mittlerweile gibt es in Deutschland 13 Anbaugebiete. Jedes deutsche Weinanbaugebiet für Qualitätswein schickt seine regionale Weinkönigin in den Wettbewerb für die Krone der deutschen Weinkönigin.
Die Geschichte der Deutschen Weinkönigin beginnt 1931, als der pfälzische Verleger Daniel Meininger Ruth Bachroth aus Pirmasens zur Weinkönigin kürte. Sie kam zwar nicht aus einem Weinanbaugebiet, aber die Idee war geboren. Die Nationalsozialisten übernahmen 1933 die Suche nach der „hübschesten, dem Wein verbundenen jungen Frau“. Erst ab 1949 wurde in einer Wahl Elisabeth Kuhn zur Deutschen Weinkönigin gewählt. Bis 1999 wurden nur ledige Weinköniginnen gewählt, die aus einer Winzerfamilie stammten. Seit 2000 reicht eine starke Verbundenheit mit deutschen Weinen. Das kann durch die Familie sein oder einer weinbezogenen Berufsausbildung. Die Kandidatinnen müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Früher war die Weinkönigin ein hübsches, braves Mädchen in einer Tracht. Walzer mussten sie tanzen und eine Rede halten. Bis Ende der 50ziger Jahre waren die Termine der Königinnen Weinfeste im Inland oder Grüne Woche. Bald erkannte man das diplomatische Potential auch im Ausland. Heute präsentiert die Weinkönigin auf Weinfesten, Messen oder anderen Veranstaltungen im In und Ausland den deutschen Wein.
Ab den 90ziger Jahren wurde die Wahl zur Weinkönigin immer wichtiger für die berufliche Karriere. So war die CDU-Politikerin Julia Glöckner 1995 deutsche Weinkönigin. Neben Schönheit ist heute Spontanität, Charme und Witz gefragt. Besonders wichtig sind Rhetorik, Wissen über Wein, Fremdsprachen und Exportwissen für die Wahl der Königin.
Während der einjährigen Amtszeit hat die Weinkönigin viele Termine.
Die meisten deutschen Weinköniginnen kommen seit 1950 von der Mosel. Unter den elf Königinnen ist auch Sonja Christ aus Oberfell, die noch bis Oktober Deutsche Weinkönigin ist.
Im deutschen Weininstitut (DWI) arbeiten 40 Mitarbeiter für Kommunikation und Marketing der Weinwirtschaft. Informationsbürso für deutsche Weine arbeiten mit 12 internationalen Märkten zusammen. Das DWI organisiert auch die Wahl der Weinköniginnen und koordiniert die vielen Termine.
Bettina Bartzen am 06.09.2010 •
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Weinkönigin, Mosel, Weininstitut, Sonja Christ, Oberfell
Am Freitag den 2. September zieht die neue Weinkönigin Mosella Anne II in die Stadt und wird am historischen Marktplatz gekrönt.
Mosella kommt aus dem Französischen »Moselle« für Mosel. Der Name Mosel entstand aus dem keltischen Moseal, eine Verkleinerungsform des Flusses Maas. Ausonius war ein römischer Dichter, der im Gedicht Mosella seine Reise von Bingen über den Hunsrück an die Mosel bis Trier beschrieb. Die Mosel ist schon viel älter. Vor 50 Millionen Jahren entsprang dieser Fluß in den Vogesen 715 Meter hoch. Von dort sind es noch 544 Kilometer bis zum Deutschen Eck in Koblenz. Damit ist die Mosel der längste deutsche Nebenfluß des Rheins. 1956 ermöglic hte ein Moselvertrag zwischen Frankreich, Luxemburg und Deutschland die Kanalisierung der Mosel von Metz bis Koblenz. Dadurch wurde der Fluß schiffbar gemacht und ist heute eine der meisten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Jetzt wieder zurück zum Bernkasteler Weinfest. Mit über 30 Weinständen gibt es genügend Möglichkeiten verschiedene Rieslingweine zu probieren. »Kueser Kardinalsberg«, »Bernkasteler Doctor«, »Wehlener Sonnenuhr«, »Mülheimer Sonnenlay«, »Graacher Himmelreich«, »Ürziger Würzgarten« und »Zeller Schwarze Katz«. Das sind wohlklingende Namen die zum trinken einladen. Das »Piesporter Goldtröpfchen« ist besonders Deshalb eröffnet das Weinfest am Donnerstag den 2. September mit einem Weinprobierabend an allen Ständen. Alle Weine sind günstiger als an den anderen Tagen. Am besten sie besorgen sich ein 5cl Glas mit Lederbändchen, das sie sich um den Hals hängen können, damit sie keine Gelegenheit verpassen die Vielfalt der Moselweine zu probieren.
Wer Samstagabend in Bernkastel ist, darf nicht das Feuerwerk von der Burg Landshut verpassen. Das Feuerwerk ist am besten von der Moselbrücke aus zu sehen. Sonntag um 14.00 Uhr beginnt der Winzerfestzug durch die Stadt mit 90 Tanzgruppen aus dem In- Und Ausland. Viele Gruppen kommen aus den naheliegenden Orten und präsentieren ihre Musik oder Tänze. Darunter sind auch die Römer aus Piesport die das Piesporter Goldtröpfchen mitbringen. Dieser Ort gehört zu den ältesten Weinorten der Mosel. Die steilen Südhänge in Form eine Amphitehaters ermöglichen dem Goldtröpfchen den ganzen Tag Sonne. Der Name Goldtröpfchen kann von den winzigen goldenen Tröpfchen bei Überreife auf den Beeren hinweisen. Oder es ist einfach die einzigartige Lage. Der stark verwitterte Schieferboden aus dem Devonzeitalter wirkt wie ein Wärmespeicher. Daraus entstehen mineralische Weine mit feinen Aromen. Auch die Musik ist während des Weinfestes sehr vielseitig. Moselfolklore, Marschmusik Jazz oder Rock, da ist für jeden Geschmack an jeder Ecke in Bernkastel was dabei.
Bettina Bartzen am 02.09.2010 •
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Weinfest, Mosella, Weinkönigin, Piesporter Goldtröpfchen