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Aufregung um Weinwerbung mit Bischof

Katholische Kirche und Wein: das gehört zusammen, nicht nur wegen des Messweins, den die Pfarrer während der Messen zu sich nehmen. Ganz besonders trifft diese Zusammengehörigkeit auf das Bistum Trier, das älteste Deutschlands, zu, denn es gehört selbst zu den Weinherstellern - in Form der Bischöflichen Weingüter. Diese bewirtschaften nicht nur Weinberge in besten Lagen von Mosel und Saar, sondern zeichnen sich auch durch eine herausragende Qualität der Weine und vor allem der Sekte aus.
Nun gab es in Münchner Medien einen regelrechten Aufschrei, was eine Marketing-Idee der Weingüter des Bischofs angeht. Zum Hintergrund: der Trierer Bischof Reinhard Marx war zum neuen Erzbischof in München-Freising ernannt worden. Anfang Februar hatte er dieses Amt in der bayerischen Landeshauptstadt unter großem Medieninteresse angetreten, und nur wenige Tage später landeten mehr als 20.000 Wein-Werbebroschüren der Bischöflichen Weingüter zu Trier in ausgesuchten Münchner Briefkästen. “Ist unser Erzbischof etwa ein ausgebuffter Geschäftemacher?”, fragte eine Münchner Boulevard-Zeitung in dicker Aufmachung ihre Leser. Im erzkatholischen und Weißbier-besessenen Bayern natürlich eine dicke Geschichte.
Ein Sprecher des Erzbischofs beeilte sich daraufhin zu betonen, dass Reinhard Marx damit “überhaupt nichts” zu tun habe. Die Werbekampagne sei “ungeschickt platziert” gewesen.
Bei den Bischöflichen Weingütern in Trier betonte man, man habe “noch nie eine Mailing-Aktion mit einem Bischof abgesprochen”, räumte allerdings auch ein, dass man mit der Werbung in München “schon einen gewissen Hintergedanken” gehabt habe. Süddeutschland sei eben ein sehr interessanter Markt für den Moselwein und: “Wir müssen unseren Wein ja auch verkaufen”. Klar: auch für die Kirche geht es heutzutage um jeden Euro. Von Gebeten allein kann man ja nicht leben…


Alexander Brixius am 11.02.2008 • 0 Comments • 1775 Aufrufe • Permalink

Kategorien: Unterhaltung
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