Moselwinzer gelten als sehr kreativ und erfinderisch - was wohl auch damit zusammenhängt, dass sie mehr Wein trinken als Otto Normalverbraucher und dabei ihren Gedanken gerne freien Lauf lassen. Eine Art Brainstorming unter Riesling-Einfluss. Gerade in Trittenheim an der Mittelmosel hat man in den vergangenen Jahren mit neuen Marketing-Ideen auf sich aufmerksam gemacht. So kürte man Ende der neunziger Jahre den echten afrikanischen König Banzah zur obersten Weinmajestät des Ortes und brach mit der Wahl eines Mannes mit der guten alten Moseltradtition, wonach es normalerweise nur Weinköniginnen gibt. Banzah ist tatsächlich König eines kleines Volkes in Ghana, im wirklichen Leben betreibt er in Ludwigshafen eine Autowerkstatt. Für Trittenheim war das damals ein echter Coup, denn der Ort konnte sich mit König Banzah in mehreren überregionalen Fernsehsendungen präsentieren und hatte auch in großen Medien wie “Spiegel”, FAZ oder Süddeutscher Zeitung ein großes Echo - und dadurch steigende Besucherzahlen.
Nun macht ein Winzer aus Trittenheim von sich reden, der den Mosel-Riesling persönlich in alle Welt trägt: Gerhard Eifel. Er schenkte Trittenheimer Weine schon bei Proben unter dem Eiffelturm in Paris oder auf dem Petersplatz in Rom aus. Weitere Stationen waren Moskau, Kapstadt in Südafrika sowie die südamerikanischen Länder Brasilien, Argentinien und Chile. Die nächste Station der Mosel-Riesling-Weltreise ist China. Mitte April wird Eifel eine Weinprobe auf der Chinesischen Mauer und auf dem Fernsehturm in Shanghai veranstalten.
Riesling macht also besonders kreativ und lässt Grenzen (fast) verschwinden. Und dass er weltweit keine Konkurrenz fürchten muss, ist sowieso allseits bekannt.
Alexander Brixius am 10.02.2008 • 0 Comments • 2180 Aufrufe • Permalink
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Riesling, Trittenheim, Moselwinzer, Weinprobe
